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Kapitel 95. Der King of Rock 'n' Roll
Dass Jay R T unter Hippopotomonstrosesquippedaliophobie zu leiden hatte, was ihn immer wieder dazu zwang, Sätze abzubrechen, die eine gewisse Länge überschritten, um in kleinen, mundgerechten Portionen, verträgliche Happen auszustoßen, wussten wir. Diese Angst lähmte ihn bisweilen, hielt ihn davon ab, seinen brillanten Witz in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Etwas, das ich sehr bedauerte, konnte ich doch zeitweise mit Tony und dem Boy als Trio auftrumpfen, während Jay R verschüchtert in einer Ecke Nägel kaute.
Die Einsamkeit dieses begabten, wunderschönen Jungen machte mich betroffen, denn abseits aller Verwicklungen Juliette betreffend, war er immer noch mein Freund. König Artus und sein treuer Vincelot. Seine größte Leistung bestand darin, seinen Charme notgedrungen in kurzen, prägnanten Sätzen zu versprühen.
Kurz gesagt, er kam gezwungenermaßen sehr schnell auf den Punkt, was ihm einen zeitlichen Vorteil verschaffte, den er gnadenlos zu nutzen lernte. Seinen Alltag ohne viel Worte zu meistern und bisweilen generell auf jede Art verbaler Kommunikation zu verzichten, war eine seiner größten Errungenschaften. Und wenn man in seinen Tanzbereich diffundierte, bewahrte er eine geradezu buddhistische Gelassenheit und sein Schweigen war mehr Manifest denn Verlegenheit. Was ihn jedoch an diesem Tag ereilte, davon hatte keiner von uns auch nur den leisesten Hauch einer Ahnung.
Bis auf Juli und Pico. Beide waren eingeweiht in die seltsame Welt des Gitarrenhelden und an diesem Morgen sollten wir anderen Zeuge einer grotesken Vorstellung werden, die sich bislang unserer Wahrnehmung durch Jay Rs regelmäßigen Konsum helfender Medikamente entzogen hatte.
Pico hatte uns eine Adresse zukommen lassen und wartete gegen 10 Uhr mit Renate vor dem Eingang unserer nächsten Location. Außer ein paar vereinsamten Rentnern in Bademänteln und Birkenstock-Sandalen war weit und breit niemand zu sehen, als ich, Tony und der Boy durch die Grünanlage einer Seniorenresidenz schlurpten.
Ich kannte die Anschrift von meinen zahllosen Versuchen, meine Krankheit zu beherrschen, wusste, es handelte sich um eine Außenstation der Hustenburg, die für all jene gedacht war, die nie mehr nach Hause zurückkehren würden und alsbald auf dem kleinen Friedhof am Damm zur Ruhe kommen konnten.
Und
genau hier würden wir aus dem heiligen Gral des Rock ’n’ Roll trinken, an einer Stätte, die sich für kurze Zeit in Mekka und Memphis gleichermaßen verwandelte.
Der Hintereingang zu einem der Gemeinschaftsräume lag vor uns. Ein paar wenig ausgelastete Amseln plärrten uns an, selbstsicher, ja, geradezu arrogant, nutzten sie ihren Standortvorteil in den zahlreichen Bäumen, um sich vehement unserer Aufmerksamkeit zu versichern. Die beiden Tiefenstein Brüder, flankiert von Juli, hatten sich bereits sehr früh am Morgen an einer Art Vorahnung infiziert und machten daher einen sehr verschnupften Eindruck, als sie auf Renate zusteuerten.
„Dieses Mal wirst du dafür hängen. Und wenn dein Körper nach Tagen ausgetrocknet im Wind baumelt, werde ich deine Eingeweide herausschnei, schnei, schnei, und; und, und.“ Es musste die Erregung gewesen sein, die ihn einen so langen Satz überhaupt hatte vortragen lassen. Jetzt schlug die Hippopotomonstrosesquippedaliophobie erbarmungslos zu.
„Du, ich, Gedärm rausreißen, Hunde, Futter. Leck mich am Arsch.“ Sein Kopf hatte sich in eine rot glühenden Supernova verwandelt, während er Pico am Kragen packte und wie ein Bettlaken schüttelte. Bevor er die alles entscheidende Frage
nach dem wieso, warum, dem „was sollen wir hier“ oder Picos letztem Wunsch stellen konnte, hielt er unvermittelt inne. „Vince? Deine Nase? Wow. Nase.“ Er schien verwirrt, starrte auf seine Hände, bevor der sorgenvolle Blick im Kreis umherjagte. „Shize, Leute, Vince auch, ich, Vince, Hilfe.“ Er stolperte, angeschlagen wie ein
angeknockter Boxer zu Juli hinüber, die angsterfüllt neben R Jay T unter einer Platane stand.
„Alter, Juli? Hä? Mörder Hupen? Krass.“ Jetzt pendelte er von einem Fuß auf den anderen, fasste sich an den Kopf, schrie auf, bückte sich, sank auf die Knie und stammelte etwas von Farben, Lichtern und Orks, die sich anschickten, unsere Körper zu vertilgen. Pico schaute von Panik übermannt zu Juli und R Jay, die seinen Blick noch verstörter erwiderten. Schnell wurde uns bewusst, König Artus hatte einen Anfall von veritablem Ausmaß, und wie auch immer wir es zu nennen gedachten, es war offensichtlich, dass es weit und breit kein Gegenmittel gab. Er musste
seine Medikamente vergessen haben, wenn es für seine Krankheit überhaupt welche gab.
„Pico, was hat er? Was sollen wir tun?“ Unser Manager schüttelte sich wie ein nasser Hund. „Was, was, was, was soll das denn jetzt, jetzt, jetzt, jetzt. Verdammte Shize, wo sind die Pillen?“ Die Pfleger hatte niemand wahrgenommen, wie sie aus dem Gebäude herbeieilten und dem am Boden rollenden Gitarrenhelden eine
Beruhigungsspritze verpassten, ihn auf eine eiligst herbeigebrachte Liege schnallten und ihn in die nahe Notaufnahme begleiteten. Auf dem Weg dorthin begegneten sie dem Señor, der sich uns beharrlich im Schritt kratzend näherte.
„Schulli Leute, bin ne Terz zu spät. Wasn mit dem los? Hat er dem Läuse?“ Niemand lachte, Juli kämpfte mit den Tränen und Pico saß regungslos auf einer Parkbank, den Kopf tief in den Händen vergraben. „Ich sollte auf ihn aufpassen. Das war mein Job. Ich habs vergeigt. Ich kündige. Ich habs vergeigt, mein Gott, ich habs vergeigt.“
Juli setze sich neben ihn und legte einen Arm um ihren Bruder. „Wisst ihr“, sprach sie zu den Umstehenden, „man nennt es Alice-im-Wunderland-Syndrom. Zuerst verliert man vielleicht sein Zeitgefühl, dann sehen Dinge viel größer oder kleiner aus, als sie sind, begleitet von Migräneanfällen und Wahnvorstellungen. Wir konnten das in den letzten Jahren medikamentös im Zaum halten, aber heute haben wir wohl alle vergessen, auf ihn aufzupassen.“
R Jay fasste in seine Bademanteltaschen und operierte ein Milky Way und ein Stück mittelalten Gouda heraus. Er hatte nichts von der Krankheit seines Bruders gewusst, was uns noch erstaunlicher vorkam als das Leiden selbst. AIWS, eine Krankheit, die Jay R T sich Anfang des neuen Jahrtausends eingefangen hatte. Wann und wo genau, konnte ihm niemand erklären und es wäre für ihn ohnehin nicht von Belang.
Selbst die Vermutung, er sei schon damals, bei jenem denkwürdigen Auftritt in der Vulkaneifel einem solchen Anfall unterlegen, nutzte ihm wenig. Es änderte nichts daran, wer er war und wer er sein wollte, doch ließ die Krankheit ihn gelegentlich seine Abhängigkeit spüren, von Medikamenten, und Menschen, die auf ihn achteten, bei seinen verzweifelten Versuchen, normal zu sein. Die meisten Symptome hatte er im Laufe der Zeit mit Unterstützung von Juli, Pico und Hilfsmitteln wie Amitriptylin kontrollieren können, ohne seinem Bruder und dem Rest der Familie Tiefenstein, davon zu erzählen.
Der stolze, blonde Junge, Artus Pendragon hatte nicht einmal seinen treuen Vincelot eingeweiht. Zu sehr hätte es seinem Ansehen geschadet, die glänzende Rüstung befleckt. Er hätte lieber sterben wollen, als dass ich mit angesehen hätte, wie man dem Herrscher Britanniens auf sein Pferd helfen musste. Und während der Boy gerade meinen exponentiellen Gebrauch von Metaphern zu kommentieren gedachte, ging es auch schon weiter.
Niemand hatte den alten Mann im weißen Jumpsuit und der getönten Sonnenbrille beachtet, der wohl die ganze Zeit mit uns im Kreis gestanden hatte. „Hallo Boys. Scotty, schön dich zu sehen.“ Er nickte mir zu wie einem alten Freund. „Ihr spielt ein Set, dann komme ich dazu und wir reißen ihnen wie gewöhnlich den Arsch auf. Fragen?“
Und ob wir Fragen hatten. Die Pailletten auf dem Strampelanzug glitzerten in der Mittagssonne und unter seiner schwarzen Kunsthaarperücke suchte sich der Schweiß seinen Weg durch das zerfurchte Gesicht. „Colonel, schön, Sie zu sehen“, begrüßte der alte Mann, der uns stark an Elvis Presley erinnerte, den immer noch verzweifelt dreinblickenden Pico.
„Wunderbar, meine Band. Prächtig.“ Sein Blick lastete auf mir. Hier stand er, der King of Rock ’n’ Roll, und ihm gegenüber ich, Scotty Moore, ergebener Mitstreiter und Gitarrist seiner Band. Es war wie so oft der Boy, der meinen schmalen Arsch aus der Klemme hievte. „Elvis, Mann, klasse. Nicht gerade Vegas, aber ein geiler Schuppen. Lass uns die Folks an die Wand spielen. Wenn wir mit ihnen fertig sind, werden sie uns auf Knien anflehen. Ich hoffe, du bist gut drauf?“ Jetzt umarmte mich der alte Mann, klopfte mir herzlich auf den Rücken und ich konnte sehen, wie Pico, der hinter
ihm stand, mich mit feuchten Augen beobachtete. Er wusste, was hier vor sich ging, und er würde es uns sehr bald erklären.
„Hey Señor, du bist jetzt D.J. Fontana, klar, Señor?“ weihte er den Señor in die Interna der Blue Moon Boys ein. R Jay hörte ab sofort auf den Namen Bill Black, was nicht unmittelbar mit seinem roten Bademantel in Einklang zu bringen war, doch hier hatte Pico vorgesorgt. „Jungs, wir sehen uns auf der Bühne. Ich muss mich vorbereiten.“ Mit diesen Worten verschwand Elvis Presley in einem der zahlreichen Eingänge, der auch gut und gerne ein Ausgang hätte sein können. Wir hatten
wie durch Zufall einen Kreis um Pico gebildet, der uns jetzt mit schwerer Stimme die Situation erläuterte.
„Der da ist Elvis und obwohl er in einem früheren Leben einmal auf den Namen Heribert hören musste, gibt es für ihn im jetzigen Stadium seines Verfalls keinen Zweifel an seiner Existenz.“ So klar und ruckelfrei hatten wir unseren Manager noch nie sprechen hören. „Er war der beste Freund unseres Vaters und kümmerte sich auch nach dessen Tod um uns, hatte Juli schon als Baby auf dem Arm und zeigte uns die Welt außerhalb des Kinderheims. Dass wir bei meinem Onkel wohnen durften, war auch sein Verdienst. Jay R hatte einen Anfall und es ist meine Schuld. Es ist das Epstein- Barr-Virus und bisher haben wir es großflächig verschwiegen. Diesmal habe ich seine Geduld wohl einfach zu sehr strapaziert. Er wird sich erholen, aber heute ist Vince unser Gitarrist.“
Bäääm. Jetzt hatte er unsere volle Aufmerksamkeit. „Hände? Allergie? Wurstfinger?“ Der Señor, oder besser gesagt, D.J. Fontana, rotzte Pico seine durchaus berechtigten Zweifel vor die Füße. „Hier.“ Ein Sony-Discman und zwei selbstgebrannte CDs. „Das ist das Vorprogramm. Schlager der 60er und 70er. Ich drücke auf „Play“ und ihr tut so, als ob. Das da“, er hielt uns die zweite Scheibe vors Gesicht, „ist der Top Act. Die Elvis Show. Gleiches Prinzip. Niemand wird auf euch achten. Alle Augen sind nachher auf den King gerichtet. Sprecht euch bei euren neuen Namen an und benehmt euch.“
Dann streckte er seine rechte Hand in die Mitte und wartete. Es war der Señor, der als Erster seine Pranke auf die des kleinen Managers legte, der in unseren Augen gerade sehr, sehr groß erschien. Als alle Hände aufeinanderlagen, umfassten wir uns mit den freien Armen an den Schultern und brüllten etwas sinnentleertes
wie „Rock ’n’ Roll, leckt mich doch alle mal am Arsch“ und warfen die Arme in die Luft. Tony hatte in all der Zeit nichts gesagt. Er war gerührt und selbst der Boy konnte in diesem Moment nicht weniger empfinden als den größtmöglichen Respekt für den kleinen Jungen aus dem Waisenhaus.
Der Saal hatte sich mittlerweile gefüllt. Auf Picos Zeichen legten wir los. Der Señor touchierte nur hauchzart seine Felle, während ich versuchte, nicht die Saiten der Stratocaster zu berühren. Nichts würde unpassender sein als ein echter Anfall mit riesenhaften Gliedmaßen. Wir mimten uns durch eine halbe Stunde bester
Schlagerunterhaltung, vom „Knallroten Gummiboot“, über „Die Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe“ bis hin zum finalen „Marmor, Stein und Eisen bricht“, bei dem wir unsere Zurückhaltung ein wenig abstreiften und uns beinahe so fühlten, als spielten wir in echt. Die Senioren klatschten artig und kaum etwas unterschied diese sabbernden und geifernden Fans von denen, die wir in den letzten Jahren kennengelernt hatten. Ja, sie waren alt und dem Tode geweiht, die meisten würden sich bereits eine halbe Stunde später an nichts mehr erinnern, doch jetzt, in diesem wunderbaren Moment hatten sie den Spaß ihres Lebens.
Und dann kam er. Zwei Pfleger hatten sich mit schwarzen Anzügen zu Bodyguards befördert, Pico spielte den Manager Colonel Tom Parker, mit Hut und Zigarre, und rechts neben dem Schlagzeug funkelten sich drei halbwegs demente Frauen in glitzernden Kostümen als Chor der ultimativen Erregung entgegen. Elvis
selbst hatte sich einen weißen Bademantel übergeworfen, bei dessen Anblick sogar R Jay neidisch wurde. Pico hatte uns zuvor in schwarze Anzüge gepresst und betrat jetzt bedeutungsschwanger die kleine Bühne.
„Ladies and Gentlemen. Der einzigartige, der überlebensgroße, der wahre, der echte King of Rock ’n’ Roll. Welcome to Las Vegas. Elvis Presleyyyyyyyy.“ Sogleich hechtete er zum Mischpult an der rechten Bühnenseite und startete den Discman. „A little less
Conversation“ fasste den Todgeweihten in den Schritt und ließ sie rhythmisch zucken, die Pailletten strahlten im Scheinwerferlicht, wenn man die Neonbeleuchtung des Saals so nennen mochte, und wir, die Blue Moon Boys, galoppierten durch das Set wie die apokalyptischen Reiter. Elvis legte einen satten Tenor unter die Playbacks und es schien für diesen Augenblick, als sei er der wahre King.
„Don’t be Cruel“, „Suspicious Minds“ und schließlich „Love me Tender“ brachten die Senioren zum Ausrasten, was sie dahin gehend interpretierten, dass sie Teetassen, Gebäck und Kuchenteller durch die Gegend feuerten und dabei hemmungslos ihre Windeln füllten. Infusionsnadeln stahlen sich aus Armbeugen, Urinbeutel schwappten besorgniserregend im Rhythmus der Musik, und unter aufgerissenen Bademänteln entblößten die Wildesten von ihnen ihre runzligen Unterkörper.
Die Pfleger hatten sich grimmig dreinblickend an den vorderen Ecken der Bühne postiert und vermittelten dabei den Eindruck, als würden sie jeden, der auch nur in die Nähe von Elvis‘ Strampler kommen würde, zu Sternenstaub pulverisieren.
Ich hatte beim „Jailhouse Rock“ offensichtlich die Kontrolle verloren und richtig in die Saiten gegriffen, und so kam es, wie es kommen musste.
Gerade als der frisch genesene Jörg-Rüdiger Tiefenstein durch eine Seitentür vorsichtig den Raum betrat, schwollen meine Finger wie üblich zu feisten Würsten an, Jay R fasste sich, im Glauben an einen Rückfall, verzweifelt an den Kopf und begann, ungehemmt zu schreien. Die Pfleger verließen eiligst ihre Posten, und einmal ohne den Schutz seiner Leibgarde wurde Elvis, der King of Rock ’n’ Roll, zum Zielobjekt
der hysterischen Menge. Rollatoren preschten wild durcheinander, Rollstühle kippten, Gehhilfen barsten, Windeln quollen über und in einem heillosen Durcheinander schafften es einige der Damen, die Bühne zu erklimmen und sich auf ihr Idol zu stürzen. Elvis kippte nach hinten in den Chor und es war D.J. Fontana, der ihn aus einem Knäuel entmenschter Groupies herauspflückte, und ihn sicher in die Backstage verfrachtete, was nicht mehr war als die Herrentoilette im Flur.
„Mein lieber Mann, Danke D.J., du hast mir das Leben gerettet. Diese Las Vegas Crowd ist unberechenbar. Wie Tiere. Mein Gott, wir haben es immer noch drauf, was?“ Längst hatten sich die anwesenden Familienmitglieder eingefunden, stützten ihren Helden und geleiteten ihn in sein Zimmer. Die Aufräumarbeiten würden Stunden dauern und wir alle gingen davon aus, dass dies der letzte jener
nachmittäglichen Tanztees mit dem King gewesen sein musste. Die Zuhörer wurden jetzt, einer nach dem anderen abgeführt, zurück in die unausweichliche letzte Runde vor dem Tod, und nicht wenige würden ihr beseeltes Lächeln noch eine ganze Weile mit sich tragen.
„Señor“, sagte der Señor, der sichtlich ergriffen war, „dieser kleine Shizer hat ein riesengroßes Herz.“ Dann drückte er Pico so unnachgiebig, dass dieser sich mit einem veritablen Hustenanfall aus der Umklammerung mogeln musste, um nicht von D.J. Fontana persönlich zerquetscht zu werden. Tony, der Boy und ich hatten unsere Finger geduldig beim Abschwellen beobachtet und gabelten den völlig erschöpften Jay R T im Stationszimmer auf, wo sich die beiden Gorillas aus Vegas wieder in stinknormale Pfleger verwandelt hatten.
Der King selbst würde keine Show wie diese mehr spielen. Seinen Lebensabend als Elvis zu verbringen, hatte ihn seine Menschenwürde bewahren lassen, mehr, als es Heribert jemals vermocht hätte. Und alles daran war wunderbar. Seine größte Freiheit war die, zu sein, wer immer er sein mochte. Hauptsache, er war
dabei glücklich. Zwei Monate später war Heribert, der König des Rock ’n’ Roll, friedlich eingeschlafen, im Glauben, die Welt des Showbiz als Legende zu verlassen.
„Please, young People … Elvis has left the Building.“
Stellt euch das mal vor.

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