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"Grace"
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Der Boy und Tony Randall - Leseproben
Kapitel 34. Helter Skelter
„Hol mich der Teufel und Dolly Parton, wie um alles in der Welt, kommt man auf so
eine Idee? Mit sieben. Ruby? Kommorowski? Möchtet ihr uns das erklären?“ Ryan
war auf 360. Und, wie er sagen würde, die „Shize war am dämpfen“. Eduard war
schon wieder Geschichte, weswegen der männliche Part der Lesung an Rubys Vater
kleben geblieben war. Tiko traute man eine Standpauke ebenso wenig zu, wie der
Frau, die uns gerade gegenübersaß und von den Nachwirkungen einer Morgentüte
sediert, dümmlich vor sich hin grinste, während sie gelegentlich ein verstörendes
Kichern absonderte. Jene Frau, die alle anderen meine Mutter nannten.
Kapitel 38. I am not the One you know. I’m Two
Die Frau, die alle anderen Menschen beharrlich meine Mutter nannten, veränderte sich in rapidem Tempo. Es schien ihr innerster Antrieb zu sein, sobald als möglich die
Schwelle zwischen Crazyness und Wahnsinn zu überschreiten. Realität und Rausch
hatten längst begonnen, ineinander zu verschwimmen, und ließen mich in einer Pfütze der Sinnlosigkeit alleine zurück.
Kapitel 61. Love the One you‘re with
Endlich Abitur. Und mein Gott, ja, für viele kam auch das überraschend, doch nur weil man ein paar halbwegs annehmbare Klausuren verfasst und sich besser verkauft hatte, als eine „zu blöd zum Wichsen“, eine Vier also, rechtfertigte im Grunde nicht das ohrenbetäubende Getöse, das die meisten um diesen „bedeutenden Schritt auf dem Weg zur Welt der Erwachsenen“ vollführten.
Die Welt der Erwachsenen. Nun denn.
Kapitel 75. Kathy
Es gibt Menschen dort draußen, die wie aus der Verankerung gerissene Bojen in der
Bucht von Venedig umhertreiben. Einsam auf einem Kurs, der nur durch die Strömung bestimmt ist. Sie hüpfen auf und ab in den Schlagwellen der Boote, die tagtäglich an ihnen vorüberziehen. Und manchmal werden einige von ihnen eingesammelt und an irgendeiner Stelle erneut verankert. Dort müssen sie unaufhörlich dieselben Dinge sehen, die immer gleichen Geräusche wahrnehmen, das unablässige Auf und Ab spüren, solange, bis ein Unwetter sie abermals aus ihrer Befestigung nötigt und das Spiel von vorne beginnt.
Kapitel 89. Where no Man‘s gone before
Verdammt, Ringo war wirklich eine coole Socke. In seinem schwarzen, schmalgeschnittenen Anzug kaufte man ihm zwar zunächst eher den Börsenmakler ab, als den Drummer eines Jazztrios, sobald er sich jedoch mit seinen Sticks bewaffnet hatte, war die Metamorphose bereits vollzogen. Dazu seine stylishen Benson and Hedges, die sich weltweit niemand sonst ins Gesicht stöpselte, eine Ray Ban Wayfarer auf der Nase und schon war er in einen Bad-Ass-Mix aus Max Roach und Gene Krupa gemorpht. Man munkelte, er könne mit seinem Drive sogar Tote zum Leben erwecken und die miserabelsten Coverbands der Gegend, bei denen er hin und wieder aushalf, bestätigen dies mit heftigem, Chiropraxis-verdächtigem Kopfnicken. Wenn Ringo hinter der Schießbude Platz nahm, gab es keine Gefangenen.
Kapitel 95. Der King of Rock 'n' Roll
Dass Jay R T unter Hippopotomonstrosesquippedaliophobie zu leiden hatte, was ihn immer wieder dazu
zwang, Sätze abzubrechen, die eine gewisse Länge überschritten, um in kleinen, mundgerechten Portionen,
verträgliche Happen auszustoßen, wussten wir. Diese Angst lähmte ihn bisweilen, hielt ihn davon ab, seinen
brillanten Witz in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Etwas, das ich sehr bedauerte, konnte ich doch zeitweise
mit Tony und dem Boy als Trio auftrumpfen, während Jay R verschüchtert in einer Ecke Nägel kaute.
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